Feldreduzierung NF

Die Abschirmung von Feldern richtet sich nach der Feldart. Während magnetische Felder so gut wie nicht abgeschirmt werden können, eignen sich elektrische Felder hervorragend für eine Abschirmung. Ebenso können hochfrequente Wellen gut abgeschirmt werden.
Ist die Elimination von Verursachern magnetischer Felder nicht möglich, so kann evtl. eine Feldkompensation in Frage kommen.

Abschirmung von niederfrequenten, elektrischen Wechselfeldern:

Abschirmungsmaßnahmen können durch diverse leitfähige Materialien erfolgen. Dabei muss eine Erdung angebracht werden. Die gültigen VDE-Vorschriften sind dabei zu beachten.
Grundsätzlich ist es bei Abschirmmaßnahmen notwendig diese messtechnisch zu begleiten.

Die Abschirmmaßnahme ist nur sinnvoll, wenn sich ich im abzuschirmenden Raum kein Erzeuger eines elektrischen Wechselfeldes befindet. Der Raum selbst muss Feld frei sein. Die Abschirmungsmaßnahme dient dazu, von außen in den Raum eindringende Felder abzuleiten. Werden in einem fachgerecht abgeschirmten Raum Geräte und Leitungen betrieben, die elektrische Wechselfelder erzeugen, so ist der Mensch u. U. einem stärkeren Feldeinfluss ausgesetzt, als wenn der Raum nicht abgeschirmt wäre! Ebenso kann eine nicht fachgerecht ausgeführte Abschirmmaßnahme kann dazu führen, dass sich die Feldbelastung im Raum erhöht, statt erniedrigt.

1. Durch abgeschirmtes Elektromaterial

Zur Erzielung feldfreier Räume stehen abgeschirmte Elektro¬materialien zur Verfügung. Es sind überall dort abgeschirmte Leitungen und Abzweigmaterialien zu verwenden, wo Feldfreiheit erreicht werden muss. Im Einzelfall sind immer die VDE Bestimmungen zu beachten.

2. Durch leitfähige Wandschirmungen

Metallisierte Folien, Gewebe oder Farben können flächige Abschirmungen an Wänden, Decken und Böden angebracht werden. Sowohl bei punkt 1 als auch bei Punkt zwei sind Erdungen der Abschirmung durchzuführen.

Die Erdung ist über eine separate Leitung zur Erdsammelschiene (Potentialausgleichschiene) im Keller zu verlegen. Die von den EVU vorgeschriebenen Leitungsnetze sind zu beachten. Eingriffe in Anlagenteile die sich im Besitz des EVU befinden sind zu unterlassen.

3. Durch Feldfreischalter (FFS) (sogen. Netzfreischalter)

Feldfreischalter sind Schalteinrichtung, die niederfrequente elektrische Felder im Bedarfsfall abschalten. Der Feldfreischalter schaltet die Elektroanlage in die er eingebaut ist ab, sofern in der betreffenden Anlage kein Verbraucher in Betrieb ist – also kein Strom entnommen wird.
Der Feldfreischalter wir häufig auch als Netzfreischalter bezeichnet. Die Bezeichnung Netzfreischalter ist nach VDE aber unzulässig, weil er mit der elektrotechnischen Definition von „Netzfreischalten“ kollidiert. Der Begriff Feldfreischalter ist fachgerechter, weil er die Funktion dieses Gerätes exakt beschreibt.

Wie bewirkt der Feldfreischalter das Ab- bzw. Zuschalten der Netzspannung?

Der Feldfreischalter besteht im Wesentlichen aus einer elektronischen Steuerschaltung sowie aus einem elektromechanischen Lastschaltteil (Relais). Sind keine Geräte in Betrieb, so schaltet der Feldfreischalter die Netzspannung ab und legt eine Überwachungskleinspannung von ca. 3 – 15 V Gleich oder Wechselspannung an. Wird ein angeschlossener Verbraucher in Betrieb gesetzt, so erkennt der Feldfreischalter über die angelegte Überwachungskleinspannung, dass der Verbraucher die Netzspannung benötigt. Die Geräteelektronik schaltet innerhalb Millisekunden über das eingebaute Relais bei Bedarf die volle Netzspannung an den Verbraucher durch.

Was ist beim Einbau eines FFS in eine bestehende Elektroanlage grundsätzlich zu beachten?

Meistens genügt es, das Schlafzimmer und das Kinderzimmer freizuschalten. Der erste Schritt ist die Beurteilung der Stromkreise. Dann die Stromkreise spannungslos machen und die Zuordnung derselben zu den Räumen ermittelt.

Steht einwandfrei fest, wie die Räume auf die Stromkreise aufgeteilt sind, werden alle Verbraucher in Augenschein genommen. Das Hauptinteresse gilt dabei den Geräten, die zu ihrer Funktion immer an der Netzspannung liegen müssen.
Dauerverbraucher bereiten beim Betrieb über einen Feldfreischalter Probleme oder schließen einen Einbau desselben völlig aus.

HINWEIS: Der AEB erlebt gelegentlich, dass ganze Wohnungen und Häuser komplett abgeschirmt werden. Es ist aus Sicht des AEB unnötig. Es genügt wenn Schlaf- und Kinderzimmer sowie alle Ruhezonen der Wohnung feldarm oder besser feldfrei gemacht werden. Die totale Abschirmung hat sogar biologische Nachteile, weil die natürliche Strahlung in Folge eines Faraday`schen Käfigs ausgesperrt wird!

Abschirmung von statischen und niederfrequenten, magnetischen Wechselfeldern:

Eine Abschirmung von magnetischen Wechselfeldern ist praktisch nicht möglich. Die Ursache ist in der kreisförmigen bzw. ellipsoiden Anordnung der Feldlinien zu suchen. Man kann magnetische Feldlinien verzerren und verdrängen, aber nur minimal abschirmen. Selbst MU-Metall – eine spezielle Nickel-Metalllegierung – hat nur eine geringe Abschirmwirkung.

Die sicherste Möglichkeit Magnetfeldern zu entkommen, ist von ihnen Abstand zu halten. Da sich Magnetfelder mit zunehmender Entfernung sehr stark abschwächen, mit 1 durch Radius zur 2. oder 3. Potenz (1/r2 oder 1/r3).

Eine andere Möglichkeit ist die Magnetfeld-Kompensation. Sie ist auf Grund des hohen technischen Aufwandes für Privatpersonen kaum realisierbar.