Baubiologie

Der AEB vergleicht den Standard der Baubiologischen Messtechnik (SBM-2015) mit dem Standard der Elektrobiologischen Messtechnik SEB- 2016 und bewertet die Unterschiede.
Während die Baubiologie Objekt bezogen misst, wendet die Elektrobiologie auf den Körper bezogene Messtechniken an. Der Hintergrund, die Messwerte der Elektrobiologie liefern dem Arzt oder Therapeuten ein Maß für die biologische Belastung. Die Baubiologie behauptet aber das Gleiche. Der AEB wird im Folgenden nachweisen, dass die Baubiologie im Bereich der nicht-ionisierenden Felder teilweise Verfahren anwendet die physikalisch falsch sind oder leicht manipuliert werden können und daher ebenfalls verfälsche Messwerte liefern können.

Die vom AEB angesprochenen baubiologischen Messtechniken zur Erfassung nicht-ionisierender Felder wurden dem Standard der Baubiologischen Messtechnik (SBM-2015) entnommen.

STANDARD DER BAUBIOLOGISCHEN MESSTECHNIK
SBM-2015

Entwickelt von BAUBIOLOGIE MAES und dem Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN. Dieser aktuelle SBM-2015 ist die 8. Neuerscheinung, vorgestellt im Mai 2015…
… Dieser dreiteilige Original-Standard ist seit 1992 roter Faden und Basis für baubiologisch-messtechnisches Arbeiten und vorsorgliches Bewerten, das inzwischen international. Der 2002 gegründete Verband Baubiologie VB macht den Standard mit den dazugehörigen Richtwerten und Randbedingungen zu seiner Arbeitsgrundlage.

FELDER, WELLEN

1 ELEKTRISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz)

Ursache: Wechselspannung in Installationen, Kabeln, Geräten, Steckdosen, Wänden, Böden, Betten, Frei- und Hochspannungsleitungen…
Messung der niederfrequenten elektrischen Feldstärke (V/m) und der Körperspannung (mV) mit Bestimmung der dominierenden Frequenz (Hz) und von auffälligen Oberwellen.

AEB-Kommentar:
1. Weder die Messung der elektrischen Feldstärke noch die Körperspannung haben einen Körperbezug und eignen sich deshalb nicht für eine Beurteilung der Biobelastung des Körpers im elektrischen Wechselfeld. Die Messung der elektrischen Feldstärke ist folglich nur eine Zustandsbeschreibung des lokalen E-Feldes.
2. Die Messung der Körperspannung eines Probanden ist ebenfalls nur eine Erfassung der lokalen Konfiguration (Mensch im Bett) ohne Bezug zur Leitfähigkeit des Bettes und den lokalen Potentialverhältnisse. Durch Änderung des Bett- und Erdwiderstandes entstehen völlig andere Messwerte obwohl sich die elektrische Feldstärke nicht geändert hat. Als Alternative bietet sich für das elektrische Wechselfeld die Messung der Körperstromdichte in µA/m² an.

2 MAGNETISCHE WECHSELFELDER (Niederfrequenz)

Ursache: Wechselstrom in Installationen, Kabeln, Geräten, Trafos, Motoren, Frei- und Erdleitungen, Hochspannungsleitungen, Bahn…
Messung und Langzeitaufzeichnung der niederfrequenten magnetischen Flussdichte (nT) von Netz- und Bahn-strom mit Bestimmung der dominierenden Frequenz (Hz) und von auffälligen Oberwellen.

AEB-Kommentar:
Baubiologie und Elektrobiologie verwenden hier die gleiche Messtechnik, die Messung der magn. Flussdichte in nT. Trotzdem ist festzustellen, dass oft differente Messergebnisse in Bau- und Elektrobiologie zustande kommen. Die Ursache liegt oft in einer sehr preiswerten Messtechnik, die mit Klein- und Kleinstsonden arbeiten und das magn. Wechselfeld in seiner Verteilung nicht vollständig erfassen.

3 ELEKTROMAGNETISCHE WELLEN (Hochfrequenz)

Ursache: Mobilfunk, Daten-, Bündel-, Flug-, Richt-, Rundfunk, Radar, Militär, Schnurlostelefone, drahtlose Netzwerke, Funkgeräte…
Messung der hochfrequenten elektromagnetischen Strahlungsdichte (µW/m2) mit Bestimmung der dominie-renden Frequenzen (kHz, MHz, GHz) bzw. Funkdienste sowie deren Signalcharakteristik (niederfrequente Pulsung, Periodizität, Breitbandigkeit, Modulation…).

AEB-Kommentar:
Die Erfassung der elektromagnetischen Wellen ist hochkomplex und mit einfachen elektronischen Messmittel kaum zu bewerkstelligen. Handelsübliche, baubiologische HF-Messtechnik ist wenig geeignet elektromagnetische Felder richtig zu erfassen und zu bewerten. Da der technisch genutzte HF-Bereich von wenigen Kilohertz bis in den mittleren Gigahertz-Bereich umfasst, ist für Präzisionsmessungen eine umfangreiche und teure Messtechnik vorzuhalten. Die der Baubiologie zur Verfügung stehende, bezahlbare Messtechnik reicht für eine Dedektierung (Ortung) aus, nicht aber für frequenzselektive Präzisionsmessungen. Ein großes Problem vieler Bau- und auch mancher Elektrobiologen, schein die mangelnde Kenntnis über die Empfindlichkeit ihrer Messausrüstung. Die digitalisierte Bauweise der Messgeräte verleitet viele Messende bei einer Messwertanzeige von 0,00 zu der Aussagen es herrscht keine Belastung vor. Leider ist diese Aussage sehr oft falsch, weil sowohl die Messempfindlichkeit als auch das messbare Frequenzspektrum nicht beachtet werden. Gerade EHS-Patienten können deutlich unterhalb 0,1 µW/m² noch Beschwerden aufweisen! Nachmessungen mit Spektrum- und Signalanalysatoren ergeben dann ein ganz anders Messergebnis.
Der AEB empfiehlt deshalb, die HF-Messtechnik einigen, wenigen hochspezialisierten Bau- oder Elektrobiologen zu überlassen. Eine überschlagsmäßige Ortung kann natürlich von jedem Bau- und Elektrobiologen ausgeführt werden, aber bitte mit richtiger Protokollierung.

4 ELEKTRISCHE GLEICHFELDER (Elektrostatik)

Ursache: Synthetikteppiche, -böden, -gardinen, -textilien, Kunststofftapeten, Lacke, Oberflächenbeschichtungen, Stofftiere, Bildschirme…
Messung der statischen elektrischen Oberflächenspannung (V) sowie deren Entladezeit (s).

AEB-Kommentar:
Baubiologie und Elektrobiologie verwenden hier die gleiche Messtechnik, die Messung der elektrischen Feldstärke in V/m. Ein wichtiger Faktor wird oft in der Baubiologie vergessen, die Angabe der Luftfeuchtigkeit vor Ort. Bei eine relativen Luftfeuchtigkeit > 30 % sind selten noch lang anhaltende elektrostatische Felder vorhanden. Auch ist die Feststellung wichtig, Heizperiode ja oder nein, denn elektrostatische Belastungen treten überwiegend nur in der Heizperiode auf.

5 MAGNETISCHE GLEICHFELDER (Magnetostatik)

Ursache: Stahlteile in Betten, Matratzen, Möbeln, Geräten, Einrichtung, Baumasse…, Gleichstrom von Straßenbahn, Photovoltaikanlagen…
Messung der Erdmagnetfeldverzerrung als statische räumliche Flussdichteabweichung (µT, Metall) bzw. zeitliche Flussdichteschwankung (µT, Gleichstrom) sowie der Kompassabweichung (°).

AEB-Kommentar:
Baubiologie und Elektrobiologie verwenden hier die gleiche Messtechnik, es erfolgt die Messung der magn. Flussdichte in µT. Trotzdem ist festzustellen, dass oft differente Messergebnisse in Bau- und Elektrobiologie zustande kommen. Die Ursache liegt oft in einer falsch angewandten Messtechnik!
1. Fehler: bei der Messung mittels Geomagnetometer: Da der Sensor des Geomagnetometer bei Bewegungen im Erdmagnetfeld eine höhere Induktion hat, kommt es bei bewegten Messungen zu verfälschen Messwerten. Nur ein Messwert, der in eine Ruheposition auf dem Bett aufgenommen wurde liefert reproduzierbare Werte.
2. Fehler: die Messhöhe über dem Bett bei bewegter Messung oft verändert. Je größer der Abstand zum Bett umso geringer die gemessene Feldveränderung. Die bewegte Messung magnetostatischer Felder ermöglicht breite Manipulation zum Nachteil der Kunden.
Die Messung – nicht die Ortung – der Feldstärke mittel Kompass ist obsolet. Der SBM- 2015 weist immer noch folgende unhaltbare biologische Bewertung aus:

Baubiologische Richtwerte für Schlafbereiche SBM-2015

unauffällig schwach stark extrem
auffällig auffällig auffällig
Kompassnadelabweichung in Grad° < 2 2 – 10 10 – 100 > 100

In der gymnasialen Oberstufe lernt man bereits, dass sich die Kompassnadel tangential an die Magnetfeldlinien anlegt! Mit dem Versuch der Eisenfeilspäne kann man Feldlinien sichtbar machen. Eine Magnetfeldlinie ist nichts anderes als eine Isopotentiallinie – also Orte gleicher Feldstärke! Wenn man mit einem Geomagnetometer an einer Magnetfeldlinie entlang geht, wird man immer die gleiche Feldstärke messen. Wenn man aber den Kompass an einer Magnetfeldlinie entlang bewegt, vollführt der Kompass einen 360° Kreis.
Es gibt hervorragende Baubiologen mit einer akademischen Ausbildung, 2 kompetente Baubiologische Verbände, es wäre an der Zeit diesen biologischen und physikalischen Schwachsinn nach 20 Jahren aus dem SBM zu entfernen …