Protokollierung

des Standard der elektrobiologischen Messtechnik (SEM-2013)

mit elektrobiologischen Richtwerten nach AEB, gültig für sensible Wohnbereiche (Schlafzimmer, Ruhezonen, Kindergärten, Schulen u.a.)

Erklärung zum Standard der Elektrobiologischen Messtechnik (SEM-2016)

Die Baubiologie publiziert seit Jahren den Standard der Baubiologischen Messtechnik (SBM). Der SBM ist in weiten Bereichen der Umwelttechnik eingeführt und anerkannt. Warum publiziert der Arbeitskreis Elektro-Biologie e.V. (AEB) für den EMF-Bereich einen eigenen Standard?
Der AEB vertritt die Auffassung, dass die Messwerte der physikalischen Felder ein Maß für die biologische Belastung darstellen müssen, damit Ärzte, Heilpraktiker und andere Therapeuten eine reale Einschätzung der physikalischen Umweltbelastung möglich ist. Aus diesem Grund unterscheidet sich der Standard der Elektrobiologischen Messtechnik (SEM) wie Sie sehen werden vom Standard der Baubiologischen Messtechnik (SBM).

Protokollierung der Elektrobiologischen Messtechnik SEM-2016

Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass elektrobiologische Untersuchungen dem Kunden schriftlich ausgehändigt werden. Leider ist das bis heute keine Selbstverständlichkeit wie 20 Jahre Erfahrungen mit Haus- und Wohnungsuntersuchungen zeigen.

Eine elektrobiologische Untersuchung besteht aus 3 Abschnitten.

1. Ausgabe der Messwerte mit Messwert-Erklärung
2. Messwert-Beurteilung
3. Sanierungsempfehlung

Zu 1) Für den Kunden (Laien) sind physikalische Benennungen wie Volt, Ampere, Watt und besonders die Messwert-Bezeichnungen wie µW/m², V/m, nT, mA/m² ein Buch mit 7 Siegeln. Diese Bezeichnungen müssen dem Kunden erklärt werden.
Zu 2) Die ausgegebenen Messwerte zeigen dem Kunden nicht zwingend welcher biologischen Belastung er ausgesetzt ist. Es ist Aufgabe des Auftragsnehmers dem Kunden die aus den Messwerten resultierende Körperbelastung klar zu machen.
Zu 3) Der Kunde darf mit seiner Belastung nicht im Regen stehen gelassen werden. Ihm ist darzulegen, welche Möglichkeiten der Feldreduzierung oder Feldelimination bestehen.

Die elektrobiologischen Richtwerte sind empirisch ermittelte Vorsorgewerte. Sie beziehen sich besonders auf sensible Bereiche. Unter sensiblen Bereichen versteht man Schlafbereiche, Kinderzimmer und sonstige Wohnbereiche in denen sich Personen täglich mehr als 8 Stunden aufhalten. Gerade Schlafbereiche müssen als besonders sensibel und damit schützenswert eingestuft werden, weil die Regeneration des Menschen in dieser Phase stattfindet. Besonders das Risiko von Langzeitbelastungen selbst geringer und geringster Feldstärken führt irgendwann zur Schwächung des Immunsystems.
Der AEB legt Wert darauf, dass die elektrobiologische Messtechnik wissenschaftlichen und technischen Ansprüchen genügt. Der SEM 2016 basiert aktuellen elektrobiologischen Erfahrungs- und Wissensstand und orientieren sich am Machbaren.
Das Ziel des SEM 2016 ist, für den Betroffene wieder ein möglichst naturnahes Umfeld – ohne technisch bedingte Umweltbelastungen – zu schaffen und dem Therapeuten Ansätze für eine erfolgreiche Behandlung zu liefern.

Folgende physikalische Felder werden bewertet:

Magnetische Gleichfelder (magnetostatische Felder)
Elektrische Gleichfelder (elektrostatische Felder)
Niederfrequente, magnetische Wechselfelder
Niederfrequente, elektrische Wechselfelder
Hochfrequente, elektromagnetische Felder (Strahlung)

Magnetische Gleichfelder ( = magnetostatische Felder)

Im Folgenden finden Sie biologische Bewertung der Messgrößen für magnetostatische Felder:

≥ 3000 nT (≥ 2,0 µT) extrem auffällig
1000-3000 nT (1,0-3,0 µT) stark auffällig
100-1000 nT (0,1-1,0 µT) schwach auffällig
≤ 100 nT (≤ 0,1 µT) unauffällig

Die Werte gelten ausschließlich für den Bereich 0 Hz und dürfen nicht mit den Werten magnetischer Wechselfeldern verglichen werden!

Elektrische Gleichfelder ( = elektrostatische Felder)

Im Folgenden finden Sie biologische Bewertung der Messgrößen für elektrostatische Felder:

≥ 2000 V/m (≥ 2 kV/m) extrem auffällig
500-2000 V/m (0,5-2,0 kV/m) stark auffällig
100-500 V/m (0,1-0,5 kV/m) schwach auffällig
≤ 100 V/m ( ≤ 0,1 kV/m) unauffällig
Entladungszeitkonstante: < 1 Minute Die Orientierungswerte gelten ausschließlich für den Bereich 0 Hz.

Niederfrequente magnetische Wechselfelder

Im Folgenden finden Sie biologische Bewertung der Messgrößen für elektrostatische Felder:

≥ 400 nT (≥ 0,4 µT) extrem auffällig
100-400 nT (0,1-0,4 µT) stark auffällig
20-100 nT (0,02-0,1 µT) schwach auffällig
≤ 20 nT (≤ 0,02 µT) unauffällig

Diese Orientierungswerte gelten für den Frequenzbereich von 50 Hz bzw. 60 Hz. Höhere Frequenzen und Oberwellen müssen kritischer bewertet werden (weil die Wirbelstrombildung proportional zu Frequenz erfolgt). Netzstrom (50 Hz) und Bahnstrom (16,7 Hz) müssen einzeln erfasst werden. Bei intensiven und häufigen zeitlichen Feldschwankungen müssen Langzeitaufzeichnungen durchgeführt werden – besonders über Nacht – neben dem arithmetische Mittelwert über den Expositionszeitraum dürfen die maximalen Peakwerte zur Beurteilung der Biobelastung nicht außeracht gelassen werden !

Niederfrequente elektrische Wechselfelder

Im Folgenden finden Sie biologische Bewertung der Messgrößen für elektrische Wechselfelder:
Bei eine Körperstromdichte von:

≥1000 µA/m² (≥ 1 mA/m²) extrem auffällig
400-1000 µA/m² (0,2-1,0 mA/m²) stark auffällig
40-400 µA/m² (0,04-0,4 mA/m²) schwach auffällig
≤ 40 µA/m² ( ≤ 0,04 mA/m²) unauffällig

Für die Beurteilung der biologischen Belastung dürfen ausschließlich die Orientierungswerte der Körperstromdichte herangezogen werden. Die Orientierungswerte gelten ausschließlich für den Bereich um 50 Hz (60 Hz), höhere Frequenzen und Oberwellen müssen kritischer bewertet werden.

Hochfrequente elektromagnetische Strahlung (als Leistungsflussdichte)

Im Folgenden finden Sie biologische Bewertung der Messgrößen für hochfrequente elektromagnetische Felder (Wellen – Strahlung):

≥ 1.000 µW/m2 (≥ 1 mW/m2) extrem auffällig
10-1000 µW/m2 (0,01-1 mW/m2) stark auffällig
1-10 µW/m2 (0,001-0,01 mW/m2) schwach
< 1 µW/m2 (≤ 0,001 mW/m2) unauffällig

Die angeführten Orientierungswerte für HF gelten für einzelne Funkdienste im Frequenzbereich 300 MHz bis 5 GHz z.B. GSM, UMTS, WiMAX, TETRA, Fernsehen, DECT, WLAN… und beziehen sich auf Spitzenwerte (Peak). Die Werte gelten nicht für Radar und verwandte Signale (diese sind gesondert zu beurteilen). Gepulste Funkwellen und periodisch modulierte Signale (TETRA, DECT, WLAN) müssen speziell bei stärkeren Auffälligkeiten der Betroffenen um den Faktor 10 kritischer beurteilt werden.

Messwertbeurteilung:

Unauffällig – diese Werte bieten nach derzeitiger Erkenntnis ein Höchstmaß an Vorsorge. Sie entsprechen weitgehend natürlichen Umweltmaßstäben. Der Einfluss physikalischer Umweltbelastungen ist gering. Eine gesundheitliche Schädigung nach derzeitigen Erkenntnissen weitgehend ausgeschlossen werden.
Schwach auffällig – diese Werte sind bei gesunden, nicht elektrosensiblen Personen noch tolerabel. Vorsicht, bei kranken oder umweltsensibilisierten Menschen, hier sollten Feldreduzierungen durchgeführt werden, wo immer möglich.
Stark auffällig – diese Werte sind aus elektrobiologischer Sicht nicht zu akzeptieren. Es sollte zeitnah gehandelt werden. Feldreduzierende Maßnahmen sollten sobald als möglich durchgeführt werden. Erfahrungswerte haben gezeigt, dass bei Belastungen dieser Größenordnung biologische Effekte auftreten und mit gesundheitlichen Nachteilen bei länger Exposition gerechnet werden muss.
Extrem auffällig – diese Werte bedürfen einer konsequenten und schnellstmöglichen Sanierung. Hier werden Messwerte erreicht, die nach derzeitigen Erkenntnissen bei Langzeitbelastung höchstwahrscheinlich Erkrankungen auslösen.
Bei multipler Belastung (Mehrfachbelastung) einzelner Feldarten muss die kritische Würdigung der Gesamtsituation umso strenger ausfallen. Jede zusätzliche Feldbelastung verstärkt das Risiko einer möglichen Erkrankung!
Es gilt: jedes Risiko ist wo immer möglich zu reduzieren oder besser zu eliminieren. Die Richtewerte sind Erfahrungswerte aus 25 Jahren elektrobiologischer Tätigkeit. Wo immer möglich, sollte die Größenordnungen angestrebt werden, die uns die Natur vorgibt.