Grenzwerte

Was ist ein Grenzwert? Ein Grenzwert gibt einen maximal erlaubten Wert für eine Belastung oder einen Schadstoff (Noxe) – physikalischer oder chemischer Art – vor. Staatliche Institution legen diesen Wert fest. Sie gehen dabei davon aus, dass Menschen, andere Lebewesen und Sachen, die einer Belastung bis zu dieser maximal zulässigen Größe ausgesetzt sind, im Allgemeinen keinen Schaden erleiden. Bei Überschreitung des Grenzwertes ist eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit nicht mehr auszuschließen, meist sogar sicher.
Das bedeutet aber nicht, dass bei Unterschreitung von Grenzwerten eine Gefährdung der Gesundheit ausgeschlossen werden kann? Grenzwerte stellen immer einen Kompromiss zwischen den derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen und den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Notwendigkeiten dar. Die Grenzwerte berücksichtigen die Einflüsse und Reaktionen von Betroffenen im statistischen Mittel, nicht aber die mögliche Beeinträchtigung von Individuen, die anders und stärker reagieren als statistisch zu erwarten ist.
Deshalb kann von Grenzwerten nie ein sicherer Schutz ausgehen. Allein die Aussage zur Wissenschaftlichkeit “…nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen…” macht deutlich, dass ein Wissenschaftler heute dies und morgen ungestraft das genaue Gegenteil vertreten kann. Er beruft sich einfach auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse.
Grenzwerte berücksichtigen eigentlich immer nur eine Akutgefährdung. Aber selbst Akutgefährdungen können mit Grenzwerten nicht sicher vermieden werden. Ein Beispiel gibt uns die Geschichte der Röntgenstrahlung. Als Konrad Röntgen 1895 die sogenannten X-Strahlen entdeckte, wusste er nichts von der Gefährlichkeit dieser Strahlung. Zwischen 1925 und 1996 wurden die Grenzwerte für Röntgenstrahlung 9-mal, um das 160-fache abgesenkt.

Körperliches Wohlbefinden wird uns auch in Zukunft nicht durch staatliche Grenzwerte garantiert werden!